Quasselstrippen (2′ 56 min)

Es gibt interessante Begriffe für Leute, die einem gerne mal „ein Ohr abkauen“, wie es so schön heisst. Manchmal werden sie als „Labertaschen“ oder „Schlauschnacker“ bezeichnet und „Quasselstrippen“ ist auch so ein nettes Wort. Deshalb habe ich es Titel für meine Aufnahme mit vier Stimmen, die vielsagend nichts sagen, gewählt.

Quasselstrippen“ (1995/2011) · Quasselspass mit vier Plaudertaschen

Bei der Aufnahme habe ich das Tonband schneller bzw. langsamer laufen lassen, wodurch meine Stimme etwas verfremdet klingt. Die ganze Produktion ist nichts anderes als eine Improvisation, bei der ich viermal spontan und unreflektiert drauflosgeplappert habe.

Vor allem, wenn es sich um „Quasselstrippen“ handelt, muss man das Gequatsche nicht allzu ernst nehmen – im Gegenteil. Ausserdem herrscht bei uns Meinungsfreiheit, wo jeder sagen kann, was er will. Ob das alles stimmt, was so erzählt wird, ist eine ganz andere Frage, denn „Labertaschen“ und „Schlauschnacker“ gibt es ja wirklich genug.

Sind Sie (auch schon) URLAUBSREIF?!

(Pressetext zum Konzert am 19. Januar 2012 in der Universität Vechta.)

JA, NEE oder DOCH · Drei Musikprofessoren führen ein Streitgespräch.

Unter dem Motto No Fear – No Doubt wird es ein ungewöhnliches Konzert mit Musik und Texten von Manfred Menke geben, welches UNIMUSIK am Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 20:00 Uhr in der Aula der Universität Vechta veranstaltet.

Bei plötzlich auftretenden Geräuschen haben Schlagzeuger zumeist weniger oder keine Angst im Verhältnis zu „normalen“ Menschen, weil sie ja selbst andauernd ungewöhnliche Geräusche mit grosser Dynamik produzieren. Und vor ausgebildeten Schlagzeugern muss nun wirklich niemand Angst haben, denn sie können zwar energisch zuschlagen, tun dies allerdings nur, um ihrem Instrumentarium differenziert Klänge zu entlocken.

··» Nils Gerhardts, MM, Thomas Aldenhoff, Gerhard Stengert, Felix Holzenkamp «··
(Foto: Gaby Keiten-Möhlmann)

Sollten Sie tatsächlich URLAUBSREIF! sein, ist gerade das ein guter Grund der facettenreichen Musik für Mallets und Percussion von Manfred Menke zu lauschen, die von dem seit 1986 an der Universität beschäftigten Schlagzeuger als Solist (an der Marimba und dem Vibraphon) sowie gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Aldenhoff, Nils Gerhardts, Felix Holzenkamp und Gerhard Stengert vorgetragen wird.

Darüber hinaus gibt es bei diesem Konzert eine Ausstellung mit Gedichten des vielseitig interessierten Zeitgenossen Manfred Menke, in denen er „augenzwinkernd“ – frei und sehr experimentierfreudig – zwischen philosophischen Reflexionen und intelligenten Wortspielen wechselt und dabei „normale“ Wahrnehmungsmuster auf den Kopf stellt.

Manfred Menke (Marimba-Solo) Streitgespräch der Professoren Die Urlaubsreifen

Fotos: Manfred Menke (Marimba-Solo), Streitgespräch der Professoren,
URLAUBSREIF, Bearbeitung der „Fuge aus der Geographie“ von Ernst Toch

Neben einem „Hörexperiment“ werden auch zwei Sprechstücke aufgeführt. Eines davon ist eine Bearbeitung der „Fuge aus der Geographie“ von Ernst Toch, die von Menke 1995 umgetextet wurde und sich unter dem Titel URLAUBSREIF! humorvoll mit der Überlastung durch zuviel Arbeit befasst – heutzutage auch „Burn Out“ genannt.

Die drei Musikprofessoren der Universität Vechta – Prof. Dr. Roland Hafen, Prof. Dr. Theo Hartogh und Prof. Wolfgang Mechsner – echauffieren sich vehement in einem witzigen STREITGESPRÄCH, ein Stück, welches in einem Seminar unter Anleitung von Manfred Menke von zwei Studentinnen als Sprechtrio konzipiert wurde.

Freuen Sie sich auf ein ungewöhnliches UNIMUSIK-Konzert mit Texten, Gedichten, Hörexperimenten und Musik für Mallets und Percussion von Manfred Menke.

Weitere Infos: » www.manfred-menke.de «

Endstation Bundespräsident!

In irgendeinem Artikel habe ich das Wortmonster „Kommunikationsdesaster“ gelesen, was ich inzwischen jedoch passend finde, da sich Christian Wulff wegen seines miserablen Krisenmanagements und vielen holprigen und unvollständigen Mitteilungen tiefer und tiefer in eine immer haarsträubender werdende Affäre verstrickt.

Karikatur aus der Oldenburgischen Volkszeitung (OV) vom 03. Januar 2012

Was in dieser Angelegenheit gerade passiert, ist vielleicht ganz einfach nur der vollständige Auflösungsprozess des bisherigen Image vom netten Herrn Wulff, welches gekonnt von seinem früheren Sprecher Olaf Glaeseker aufgebaut wurde.

Anscheinend war es nichts weiter als eine oberflächliche – für eine politische Karriere allerdings gut geeignete – Fassade, die jetzt vom „Politprofi“ CW, der nunmehr ohne seinen langjährigen Sprecher agieren muss, alleine nicht weiter aufrechterhalten werden kann. Ausser irgendwie besonders nett zu sein, was ihm nun allmählich wirklich kaum noch jemand abnehmen wird, muss er endlich mal „was bringen“ und was das betrifft, steht er derzeit in einer umfassenden Weise ziemlich unprofessionell da.

Wer öffentlich von Pressefreiheit als hohem Gut unser freiheitlichen Gesellschaft spricht und gleich mehrfach hinter den Kulissen kritischen Journalisten gedroht hat, kann im Grunde gar nichts mehr glaubwürdig vertreten. Jemand, dessen Reden und Handeln derart gegensätzlich ist, ist als Repräsentant – für was auch immer – nicht zu gebrauchen.

Politisch gesehen kommt für CW nach Bundespräsident nichts mehr.
Insofern ist dies (s)eine Endstation – bitte aussteigen!

Finanzgeschäfte verständlich erklärt

Endlich mal einer, der sich auskennt und uns die undurchschaubare Finanzwelt sehr unterhaltsam nahebringt. Denn beim Geld muss der Spaß nicht aufhören – im Gegenteil!

Finanz-Kabarettist Chin Meyer erklärt Finanzgeschäfte

Es geht um Fusel-Anleihen und die Ausführungen des Finanz-Kabarettisten Chin Meyer inclusive einer witzigen Übersetzung der Namen der drei größten Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moodys und Fitch in der ZDF-Sendung Markus Lanz sind wirklich richtig gut. Gegen Ende des Videos bekommt er sogar von „Mister Dax“ (= Dirk Müller) ein Kompliment für seine pointierte Erklärung.

Der (M)ORAL-Apostel WULFF

Wer so wie Christian Wulff haufenweise mit moralischen Leitsätzen um sich wirft und als mahnende Instanz aufzutreten versucht, die sich ausgerechnet der Politikverdrossenheit der Bürger annehmen will, muss sich auch selbst an diesen Maßstäben messen lassen.

Er hat sich verheddert in einem Geflecht von Beziehungen, zu denen er nicht die notwendige Distanz gehabt hat. Eine wichtige Voraussetzung für das Amt.“

Zitat: Strenges Urteil von CW über Gerhard Glogowski, der
1999 als niedersächsischer Ministerpräsident zurücktrat.

Eine zutreffendere Bezeichnung als Kommunikationsdesaster könnte es für das Medienspektakel, dass sich aktuell wegen der Affäre um den Hauskredit des derzeitigen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff abspielt, kaum geben.

Spiegeltitel vom 17.12.2011

Titel: Der Spiegel vom 17. Dezember 2011

Ausgelöst hat er es ursprünglich selbst im Frühjahr 2010, indem er als niedersächsischer Ministerpräsident Besser die Wahrheit* hätte sagen sollen, es aber anscheinend irgendwie doch nicht so ganz getan hat. Darüber hinaus haben seine Kreditgeber widersprüchliche Aussagen gemacht, die weiteres Nachfragen provozieren und nach Aufklärung verlangen, was dem „Politprofi“ klar sein müsste.

In seiner immer noch nicht überstandenen Affäre agiert er weder als Redner besonders geschickt noch verhält er sich als Staatsmann sensibel genug, um eine ranghohe politische Position auszufüllen. Der „Machtwille“ fehlt ihm nicht, aber die notwendige Kompetenz, um zu überzeugen, flutscht ihm permanent durch sein unbegabtes politisches Händchen.

Im Grunde macht er doch gar keine Politik, vielmehr ist er durch seine holprige – aber dennoch glatte – Politkarriere schnellstmöglich nach oben gestolpert und die Bewertung seines Verhaltens erfährt erst jetzt eine längst überfällige Korrektur. Ohne den weiteren Flankenschutz seines Sprechers Olaf Glaeseker zerbröselt sein bisheriges altes Image völlig und Stück für Stück kommt nun der wirkliche Wulff ans Tageslicht.

Durch sein früheres wie heutiges Verhalten hat er deutlich bewiesen, dass es ihm an Reife für das Amt eines Bundespräsidenten fehlt und er nach meinem Empfinden für seine derzeitige Rolle eine komplette Fehlbesetzung ist. Seinen eigenen moralischen Ansprüchen kann er ohnehin nicht mehr gerecht werden. Ich bin gespannt, was dabei noch herauskommt und wohin es führt – zu weniger Politik(er)verdrossenheit wohl eher nicht.

Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben.“

Zitat: Im Jahr 2000 äußerte sich Christian Wulff u.a. mit diesem Kommentar
zur Flugaffäre des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau.

Zwar leide ich nicht „physisch“ unter CW, allerdings ist „Wulffs Wahrheits-Wurstelei“ kaum etwas anderes als Salamitaktik und leider auch ein ziemlich blödsinniges, unprofessionelles Rumgehampel. Besonders krass ist das Ganze, wenn man sich nur mal daran erinnert, wie drastisch er selbst früher ähnliches Fehlverhalten anderer Politiker beurteilt hat.

Aber wer sich in einer derartigen den Staat repräsentierenden Position befindet und infolgedessen mit einer den meisten Normalsterblichen niemals zur Verfügung stehenden Rente bis an sein Lebensende rechnen kann, muss sich selbstverständlich allen kritischen Fragen stellen und diese eindeutig und klar beantworten können. Wer dann anfängt rumzueiern, wird erst recht und zu Recht auseinander genommen.

Die manchmal nervende „deutsche Gründlichkeit“ kann in diesem Fall durchaus auch eine Tugend sein, wenn sie nämlich hartnäckig an der Sache dranbleibt und bis ins allerletzte noch so winzige Detail genau wissen will, was los ist.

* Besser die Wahrheit ist der Titel eines Interview-Buchs über ein Gespräch von Hugo Müller-Vogg mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff aus dem Jahr 2007.